Buddhas Bergwüste - Mit dem Mountainbike im Himalaya

Gemeinsam mit einem bunt zusammengeworfenen Trupp aus Deutschen und Österreichern verbrachte ich im Juli 2007 drei Wochen in Ladakh. Aus der vorerst unsicheren und zweifelhaften Unternehmung entwickelte sich ein faszinierendes und einmaliges Abenteuer. Wir nahmen uns vor, zwölf Tage mit dem Mountainbike das Land zu erkunden, wobei zwei Touren zu je sieben und fünf Tagen von Leh ausgehend unternommen werden sollten. Die Teilnehmerstruktur entsprach einem Potpourri in jeglicher Hinsicht: Von Ende 20 bis Mitte 60, von unterschiedlichster Gesinnung und völlig verschiedener beruflicher Ausprägung. Doch zwei Interessen waren es, die uns alle verbanden und sämtliche sonst so scheinbar wichtigen Angelegenheiten in den Schatten stellten: Die Faszination an dieser uns so fremden Kultur und die Freude an der sportlichen Herausforderung des Radfahrens.

Indischer Händler

Natürlich ist eine Höhenanpassung in dieser Region für uns Mitteleuropäer zwingend nötig. Diese nutzten wir, um einerseits Leh, die „Hauptstadt“ von Ladakh, und andererseits die Klöster Hemis und Thiksey sowie den ehemaligen Königspalast in Shey zu besichtigen. Wir bestaunten die Shanti-Stupa, die Sankar-Gonpa und die Bauwerke am Tsenmo-Hügel hoch über Leh. Wir erfreuten uns am übertrieben lässigen Gehabe einiger „geistig beschleunigter“ Aussteiger (Danke, Chris, für diese Worte) aber vielmehr noch an der unendlichen Freundlichkeit und sanftmütigen Geduld der Ladakhis, bevor wir den Höhepunkten unserer Reise entgegensteuerten.

unterwegs

Die erste Mountainbikefahrt führte uns in die Region Changtang, Heimat der Nomaden nahe der tibetischen Grenze. Wir radelten in sieben Tagen über den Namshang La zu dem wunderschönen See Tso Moriri und anschließend über den Polokongka La zum weitgehend verschwundenen Tso Kar. Über den Taglang La, den zweithöchsten Straßenpass der Welt, ging es schließlich am dichter befahrenen Manali-Leh-Highway zurück nach Leh. Nach einem Tag Erholung gingen wir die zweite Tour an. Nachdem wir Leh Richtung Norden über den höchsten Straßenpass der Welt, den Khardung La (mit angeblichen 5.606 m), verlassen hatten, erwartete uns das Nubra-Valley in wunderschöner abendlich-sanfter Pracht. Den Nubra entlang fuhren wir nach Panamik und anschließend den Shyok entlang nach Diskit. Binnen zwei Tagen waren wir in der Folge wieder in Leh, nachdem uns die neuerliche Bezwingung des Khardung La teilweise an unsere Grenzen gehen ließ.

Taj Mahal

Eine Abrundung erfuhr das beeindruckende sportliche Erlebnis durch einen Besuch in den Klöstern Alchi und Likir sowie durch ein informatives kulturelles Arrangement in den Städten Delhi und Agra. Neben dem Roten Fort, einer Rikscha-Fahrt durch Old Delhi, dem Agra Fort und der verlassenen Stadt Fatehpur Sikri stand natürlich auch das Taj Mahal, die berühmteste Gruft der Welt, am Programm, bevor wir den indischen Subkontinent in Richtung Heimat wieder verliesen.

Der folgende kurze Reisebericht soll unsere Erlebnisse und Eindrücke wiedergeben und vielleicht auch als Bereicherung oder Motivation für interessierte Reisende dienen. Ein großer Dank gebührt – soviel vorweg – Edi Koblmüller und seinem Linzer „Bergspechte-Team“, welche die gesamte Reise souverän organisierten und denen es zu verdanken ist, dass die Tour für alle Teilnehmer zu einem unvergesslichen und faszinierenden Erlebnis wurde.