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Die Goldmühle

Es lebten einmal zwei Brüder. Einer war Fleischhauer, der andere aber nur ein armer Keuschler. Eines Tages ging der Arme zu seinem Bruder und bat ihn um ein Stück Fleisch. Dieser aber warf ihm nur ein ganz kleines Stückchen bei der Tür hinaus. Der Keuschler hob es auf und ging damit fort. Mitten im Wald traf er ein kleines Männlein, das hatte Hunger und bat den Keuschler um das Stückchen Fleisch, das er in der Hand hielt. Er gab ihm gern und erhielt vom Männlein zur Belohnung eine kleine Windmühle. "Lass sie aber beim Heimgehen nicht an", sagte das Männlein und war verschwunden. Der Keuschler bedankte sich noch schön und ging seines Weges.
  Zu Haus ließ er die Windmühle an, und wer beschreibt sein Erstaunen, als die Mühle lauter Gold mahlte. Nun war alle Not zu Ende. Auch der Fleischhauer erfuhr bald von dem Glück seines Bruders, und nachdem er den Hergang genau erfahren, machte er sich auf den Weg in den finsteren Wald. Er nahm aber gleich einen halben Ochsen mit. Genau an der Stelle des Waldes traf auch er das Männlein, schenkte ihm den halben Ochsen und bekam dafür eine kleine Windmühle zum Geschenk. "Lass sie aber beim Heimgehen nicht an", sagte das Männlein und war gleich wieder verschwunden. Dem Fleischhauer aber ließ seine Habgier keine Ruhe. Schon nach einer kurzen Wegstrecke setzte er sich auf einen Baustrunk nieder und ließ die Windmühle laufen. Da mahlte sie lauter Teufel. Diese flogen heraus und zerrissen den Habgierigen in kleine Stücke.


 

 
   © 2006 by Markus Ertl •  markus.ertl@ktn.gde.at