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Das Irrlicht

Eines Tages ging ein Mann stark betrunken von Glödnitz nach Deutsch-Griffen. Als er beim Grausfalterlan vorbeikam, bemerkte er ein Irrlicht, das dort umhertanzte. "Könntest du mir leicht meine Pfeife anzünden und mir ein wenig leuchten, dass ich leichter heimkomme." Wirklich, und schon kam das Irrlicht auf ihn zu und fuhr an seiner Pfeife herum, dass es ihm ganz gruselig wurde. Dann ging es schön voraus und leuchtete. Der Mann dachte bei sich: Abwärts geht ja der Weg nicht, denn das Irrlicht führte ihn bald auf-, bald abwärts, durch Gestrüpp und durch Wald, dann wieder quer über Felder. Und als es Tag wurde, fand er sich im Gradenegger Feld statt in Deutsch-Griffen.
  Im Rosental hält man die Irrlichter für rasend schnell dahinhuschende Totenhände, die eine oft plätzlich erlöschende flackernde Flamme halten. Sehr häufig kommen sie vom Drauboden heraus und huschen nach den Rainen hin, um in dem einen oder dem anderen Bach zu erlöschen.


 

 
   © 2006 by Markus Ertl •  markus.ertl@ktn.gde.at