13. November 2011

Freiberg/Setitsche (1.923 m)

Abgelegt unter: Wandern — Markus Ertl @ 18:32

Während sich die Hauptgipfel der Karawanken Mitte November eher unfreundlich präsentieren, ist es an der Zeit, auch den Vorbergen einen Besuch abzustatten. Da wir uns bereits in Zell-Pfarre/Sele-Fara (948 m) befinden, entscheiden wir uns spontan, dem Freiberg/der Setitsche einen Besuch abzustatten. Kurz nach neun Uhr dreißig geht es unmittelbar im Hauptort beim Gasthof Malle los, vorerst auf einer Asphaltstraße bis zu den letzten Häusern der Siedlung. Bald tauchen wir in dichten Wald ein, der uns lange nicht freigeben wird.

Aufstieg
Abb. 1: Aufstieg im Wald

Der ursprüngliche Ausdruck Setitsche leitet sich vom altslowenischen Wort “setinu” (”äußere”) ab. Der Berg selbst ist mit dem etwa dreihundert Meter kleineren Jauernik über einen Waldsattel verbunden. Nachdem wir heute vorerst relativ flott aufsteigen, erreichen wir die Weggabelung, das sog. Užnikkreuz (1.300 m) bereits nach etwa 45 Minuten.

Užnikkreuz
Abb. 2: Das Užnikkreuz markiert die Weggabelung von Jauernik und Freiberg

Wir gehen es nunmehr etwas gemütlicher an und wandern auf dem weiterhin steilen Bergpfad aufwärts. Wir passieren die Nikolaushütte und rasten etwa zehn Minuten später an einer verfallenen Wildfütterung am letzten dichteren Waldpunkt der Bergschulter. Wir teilen uns eine Orange.

Pause
Abb. 3: Pause

Es geht weiter aufwärts. Die Zirben dominieren vorerst und werden in ihrer Dichte irgendwann selbst spärlicher. Bald erreichen wir eine kleine Wiese und übersteigen etwa eine halbe Stunde eine vom Gipfel herabziehende Grasrinne. Insgesamt ist der Aufstieg technisch äußerst einfach, stellt jedoch durchaus sehr fordernde Ansprüche an die Kondition. Auf steilen Wegen geht es voran, es gibt kaum ein paar Meter zum Regenerieren. Irgendwann erreichen wir jedoch die Almregion des Berges und genießen die sich plötzlich ergebende gewaltige Aussicht.

Bergrücken
Abb. 4: Am Bergrücken

Nach etwa einer Viertelstunde gelangen wir an den Gipfel, der mit einem Kreuz markiert ist. Nach Süden reichen die Blicke in die Julischen Alpen mit dem dominanten Triglav und in die friulanischen Berge, südwestlich bäumt sich der Koschutazug vor uns auf, südöstlich die Steiner Alpen. Nach Norden ergeben sich tiefe Blicke auf das von festem Nebel verhüllte Rosental und Klagenfurter Becken. In unmittelbarer östlicher Nachbarschaft befindet sich der zweihundert Meter höhere Hochobir. Wir werfen uns ins stechende Gras und genießen Wurstsemmel und Bier, während wir uns in der Sonne wärmen. Fast eine Stunde verbringen wir am Gipfel, Sabine schläft tatsächlich ein.

Am Gipfel
Abb. 5: Am Gipfel

Sabine pausiert
Abb. 6: Sabine vor dem Hochobir

Axel
Abb. 7: Hund Axel scheint über uns zu wachen

Irgendwann müssen wir die wunderbare Sonnenterrasse leider verlassen und steigen (weitgehend) auf gleichem Weg wieder ab. Es geht sehr schnell voran, bereits eine Stunde nach Aufbruch befinden wir uns wieder beim Užnikkreuz. Während wir gestern den Koschutnikturm als lohnendes Ausflugsziel erachteten, sind wir froh, uns heute umentschieden zu haben. Die Sonne scheint den höchsten Koschutaberg in der kälteren Jahreszeit nämlich nur sehr behutsam zu streifen.

Koschutnikturm
Abb. 8: Ausblick auf den Koschutnikturm

Wir verlieren kurz den markierten Weg und entscheiden uns dafür, gerade nach unten zu steigen. Schon bald gelangen wir auf einem engen Traktorweg, wo es weiter runter geht. Kurz nach halb Drei Uhr nachmittags erreichen wir unseren Ausgangspunkt Zell-Pfarre/Sele-Fara. Der Freiberg erstrahlt hinter uns weiter in hellem Sonnenschein.

Rückblick
Abb. 9: Rückblick

Unser Fazit der Tour: Wer steile Waldpfade mag, wird diesen Trip lieben. Ansonsten ergeben sich im langen Aufstieg leider kaum attraktive Aussichten. Jahreszeitlich bedingt sind auch die sonst bei diesem Berg so gelobte Vegetation und Tierwelt weniger aktiv. Die letzten Meter und die Atmosphäre am Gipfel selbst jedoch entschädigen für die Strapazen allemal!