21. August 2011
Nachdem wir bereits im letzten Jahr den kniffligen Falkensteig auf den Falkert bezwungen haben, uns das Wetter aber im heurigen Jahr einen Strich durch die Rechnung machte, wollen wir den Steig heuer endgültig bezwingen. Nachdem es sehr heiß ist, starten wir erst am früheren Nachmittag in Richtung Falkertsee, müssen jedoch bald darauf erkennen, dass die Temperatur in 2.500 Metern Höhe keinen Unterschied zum hitzigen Klagenfurt aufweist.

Abb. 1: Falkertsee
Schon im Zustieg zum Klettersteig schwitzten wir, es war heiß, heiß und heiß. 30° auf 2.500 m Höhe ist einfach heiß. Dennoch erreichen wir den Einstieg und stacksen geschwind die ersten Meter und die schwierigste Schlüsselstelle, die Verschneidung, hoch.

Abb. 2: Aufstieg nach der Verschneidung
Die Sonne brennt, brennt und brennt. Der Steig ist grasig und staubig, der Felsen ist trocken und porös.

Abb. 3: Heiß
Wir steigen auf. Weiter ist es heiß, heiß, heiß (bin heute nicht sehr kreativ).

Abb. 4: Rauf in der Hitze
Am Notausstieg sitzen wir kurz und gönnen uns einen Liter Wasser. Die Hitze nimmt nicht ab, auch unsere Hoffnung, den Steig wenigstens teilweise auf Grund des fortgeschrittenen Tages im Schatten vorzufinden, wird nicht bestätigt. Weiter geht es.

Abb. 5: Querung
In der brennenden Hitze steigen wir weiter auf. Der Falkensteig ist technisch knifflig und für die Armmuskulatur sehr belastend. Dennoch macht es unendlich Spaß, sich am (trockenen und heißen) Fels klettertechnisch zu üben. Kurz vor dem Ausstieg erreichen wir den Seilübergang.

Abb. 6: Seilübergang
Die letzte Schlüsselstelle, ein C/D-Abstieg, macht uns wie im letzten Jahr nur wenig zu schaffen. Auch die letzten Meter meistern wir in gewohnter bravuröser Technik. Weiter ist es heiß, heiß und heiß.
Abb. 7: Die letzten Meter
Wir erreichen den Ausstieg, hauen uns auf die Bank und genießen ein (nicht mehr kühles) Bier. Ein lustiger Schweißhund namens Charly leistet uns Gesellschaft. Schließlich steigen wir in der Hitze ab und sind froh, dass wir schon bald das klimatisierte Auto erreichen.

Abb. 8: Rückweg
Die Hitze macht den Klettersteig zu einem außergewöhnlichen Ereignis. Dennoch war Sabines Einfall, den Falkensteig zu bezwingen, absolut perfekt
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17. August 2011
Die digitale Technik erscheint mir mehr Fluch als Segen. Aus unerfindlichen Gründen sind sämtliche Fotos vom gestrigen Tag, die ich mit der Spiegelreflex aufgenommen habe, im digitalen Nirvana verschwunden. So bleiben bloß die Fotos aus der Kompaktkamera vom Klettersteig und die Impressionen des heutigen Tages.
Um den höchsten Berg des Karnischen Hauptkammes zu besteigen, starten wir um kurz nach Halbneun auf der Unteren Valentinalm nahe der Plöckenpasstraße. Steil bergauf geht es zur Oberen Valentinalm, die wir etwa 40 Minuten nach Aufbruch schwitzend erreichen. Weiter geht es auf einem schönen Wiesenweg hinauf zum Valentinthörl, wo uns erste Blicke auf den Wolayersee gegönnt sind.
Vom Thörl steigen wir leicht ab bis zu einem Pfad, der Richtung Nordwand des Karnischen Zuges führt. Auch wenn wir angesichts der fortgeschrittenen Zeit kurz zögern, steigen wir den Schotterpfad steil bergauf und erreichen bald die Abzweigung der zwei Klettersteige. Wir schlagen die Richtung zum Einstieg des Koban Prunner Steiges ein, den wir bald erreichen.

Abb. 1: Am Einstieg
Auf Blockgestein geht es gleich zur Sache. Von einer Seilsicherung ist vorerst weit und breit nichts zu sehen. Steil geht es aufwärts, unzählige Höhenmeter liegen direkt unter uns. Irgendwann erblicken wir eher provisorische Sicherungen, die mehr der psychologischen Stütze dienen.

Abb. 2: Aufstieg über Felsblöcke

Abb. 3: Natürlich - nach oben!
Blockgestein und Schotter wechseln sich ab, die in mehreren Führern gefürchteten Altschneefelder bleiben uns weitgehend erspart. Dennoch ist der Weg nach oben mühsam und scheinbar endlos.

Abb. 4: Felsquerung

Abb. 5: Schon weit oben
Wolken und Sonne wechseln sich ständig ab und ermöglichen uns wunderbare Weitblicke. Die Gipfelglocke des Berges ist weithin sichtbar, trotzdem wollen die Höhenmeter nicht weniger werden. Doch wir quälen uns und erreichen einen wunderschönen Grat, der beidseitig tausend Höhenmeter abfällt. Um etwa 15.15 Uhr stehen wir dann tatsächlich am höchsten Punkt der Karnischen Alpen, wo wir die Glocke schlagen lassen.

Abb. 6: Steil nach oben

Abb. 7: Letzte Pause

Abb. 8: Gipfelglocke samt Stellung aus dem Ersten Weltkrieg (2.780 m)
Worauf wir nach den Strapazen des Aufstiegs nicht vorbereitet sind, ist unser Abstieg. Wir surfen auf Schotter auf der Südseite der Wand nach unten. Der Sentiero Spinotti ist ein steingeschwängerter Steig der besonderen Klasse. Eher intuitiv schlagen wir immer den korrekten Pfad am Fuße der Hohen Warte ein. Wir steigen Auf und Ab in Richtung Valentintal. Etwa eineinhalb Stunden vor Ankunft erblicken wir den Weg bis zum letzten italienischen Rifugio.
Doch dieser Abstieg hat es noch in sich. Irgendwann klettern wir hunderte Höhenmeter frei senkrecht nach unten. Sicherungen und eine lustige Leiter gibt es erst am Ende dieser seltsamen Abstiegsvariante. Auf gutem Weg geht es weiter und wir erreichen das letzte italienische Rifugio. Fünfzehn Minuten später gelangen wir zu unserem Ziel, der Wolayerseehütte, wo wir uns ein leckeres Abendessen, eine Dusche und einige Biere gönnen.
Insgesamt sind wir etwas mehr als zehn Stunden unterwegs.
Tags darauf verlassen wir nach dem Frühstück die sympathische Hütte um etwa 07.30 Uhr. Die ewig pfeifenden Murmeltiere begrüßen den neuen Tag.

Abb. 9: Morgens am Wolayer See

Abb. 10: Ausblicke auf den neuen Tag

Abb. 11: Pfeifender Murmel

Abb. 12: Wolayersee Hütte
Flott steigen wir auf zum Valentinthörl, wo wir uns einige Minuten Pause gönnen, bevor wir am Wiesenweg das Valentintal nach außen marschieren.

Abb. 13: Wolken und Berge

Abb. 14: Sabine am Abstieg
Wir beobachten noch ein geschäftiges Murmeltier, wandern denn gemütlich weiter und erreichen etwa drei Stunden nach Aufbruch unseren gestrigen Ausgangspunkt, die Untere Valentinalm.






Abb. 15 - 20: Murmeltierstudie
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14. August 2011
Gemütlich machen wir uns vormittags auf und fahren durch das Drautal bis nach Iselsberg, wo wir eine Forststraße bergauf nehmen, um ca. um 11 Uhr am Parkplatz kurz vor der Winklerner Hütte zu starten.

Abb. 1: Sabine vor dem Panorama der Lienzer Dolomiten
Gemütlich wandern wir an der Roaneralm vorbei, queren auf gutem Weg einige Bäche und machen Bekanntschaft mit unzähligen Kühen und Schafen.

Abb. 2: Bachquerung

Abb. 3: In Begleitung
Dann geht es steil aufwärts in Richtung Seescharte. Zudem zieht das Wetter mehr und mehr zu, leichter Graupelschauer setzt ein. Wir erreichen die Seescharte um ca. 14.30 Uhr und gönnen uns einen Gipfelscotch. Der Abstieg zur Wangenitzseehütte, die im dichten Nebel kaum auszumachen ist, ist noch etwas beschwerlich, doch treffen wir um etwa 16.00 Uhr glücklich dort ein.

Abb. 4: Back in the Highlands
Wir essen auf der völlig überfüllten Hütte und schnapsen noch ein paar Runden, wobei ich sicher nicht erwähnen muss, zu wessen Gunsten es schließlich 7:1 ausging. Die Nachtruhe ist im Winterlager zwischen schnarchenden und stinkenden Typen eher bescheiden.
Anderentags erleben wir dafür einen wunderschönen Tagesanbruch, sofern es gelingt, die neugierigen Schafe von uns abzuhalten.

Abb. 5: Schafe am Morgen

Abb. 6: Tagesanbruch auf der Wangenitzseehütte
Gemütlich frühstücken wir und brechen um ca. 07.15 Uhr auf. Heute präsentiert sich das Panorama der Schobergruppe in strahlendem Sonnenschein.

Abb. 7: Wangenitzsee

Abb. 8: Panorama
Heute geht es sehr flott aufwärts und bereits kurz vor acht Uhr erreichen wir die Seescharte und damit den Übergang ins Debanttal. Da haben wir uns natürlich einen Gipfelscotch verdient!

Abb. 9: Aufstieg

Abb. 10: Seescharte

Abb. 11: Verdiente Einnahme unseres Grundnahrungsmittels
Auf bekanntem Weg geht es oberhalb des Debanttales vorwiegend bergab. Wir genießen das wundervolle Panorama der unzähligen umliegenden Dreitausender.

Abb. 12: Sabine am Abstieg

Abb. 13: Schobergruppe (links Hochschober, rechts Glödis)

Abb. 14: Flott nach unten
Kurz vor elf Uhr erreichen wir unseren Parkplatz. Wir laden die Sachen ein und steigen noch etwa zehn Minuten zur äußerst sympathischen Winklerner Hütte an, wo wir uns ein leckeres Mittagessen gönnen und die Aussicht auf Mohar und Konsorten genießen. Ein toller Ausflug in der Schobergruppe!

Abb. 15: Ausblick von der Winklerner Hütte
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