Jul 032011
 

Bereits um 06.30 Uhr treffen wir uns mit Mike und Pauli auf der Autobahnrast Dreiländerecke. Trotz der Empfehlung des Tankwarts, gleich zu Beginn einer Bergbesteigung mit dem Bier saufen zu beginnen, gönnen wir uns lediglich einen Kaffee. Manche mampfen Krapfen. Gemütlich gondeln wir nach Tröpolach, weiter nach Schlanitzen und schließlich auf die Rudnigalm, wo wir einige hundert Meter vor der bewirtschafteten Hütte das Auto abstellen. Eine Hiobsbotschaft gleich zu beginn: Der Uiberlacher-Steig (wir planten diesem im Abstieg) ist auf Grund Steinschlags gesperrt.

Wie wir absteigen werden wir schon sehen. Jetzt müssen wir mal rauf. Gleich zu Beginn (08.00) geht es am markierten Weg Nr. 413 äußerst steil aufwärts. Das jüngste Mitglied unserer Truppe beginnt zu Schnaufen wie ein Walross.

Reihenaufstellung
Abb. 1: In Reih und Glied

Obwohl wir gemütlich steigen, erreichen wir schneller als gedacht eine Steilstufe mit einer Wegquerung unterhalb des markanten Gipfelzieles. Nach kurzen Beratungen steigen wir weiter bis zur Staatsgrenze am Kleinen Sattel (09.10). Von dort aus geht es einige Höhenmeter abwärts zur Südseite des Trogkofels, bis wir den Einstieg zur vom italienischen Alpenverein 1980 erbauten Ferrata Crete Rosse erreichen (09.20).

Südseite
Abb. 2: Kurz vor dem Einstieg (Südseite des Massivs)

Wir steigen durch eine kaminartige Rinne, durch die es ordentlich durchzieht, und weiter über Spalten auf. Ich gehe voraus, hinter mir Pauli, der plötzlich keine Probleme damit hat, gemsengleich nach oben zu hüpfen. Nach einigem Aufstieg im Schatten, freuen wir uns, die Sonne zu erreichen.

Einstieg
Abb. 3: Einstieg

Schattenmann
Abb. 4: Tatsächlich! Ein Schattenmann!

Es geht recht zügig aufwärts. Schon bald erreichen wir die Schlüsselstelle, eine leicht überhängende rechte Begrenzungswand, ein Bauch (Schwierigkeit B/C, 10.10).

Vor der Schlüsselstelle
Abb. 5: Vor der Schlüsselstelle

Danach geht es auf zum Teil mit Klemmen gesicherten Felsen weiter. Der gesicherte Steig ist nicht sehr lange, wir erreichen das begraste Höhenplateau unterhalb des Trogkofels (10.25).

Die letzten Meter
Abb. 6: Die letzten Meter

Leichter Kletteranstieg
Abb. 7: Leichter Freikletteranstieg

Die letzten 150 Höhenmeter ziehen sich unerwartet lange. Doch Pauli hüpft voraus wie ein Steinbock und kann schließlich auch den Gipfelsturm für sich entscheiden (11.00).

Am Gipfelkreuz
Abb. 8: Am Gipfelkreuz

Fast eine ganze Stunde verbringen wir im wunderschönen Sonnenschein am Trogkofelgipfel. Vorerst alleine, erst später trudeln weitere Klettersteigbegeher nach und nach ein. Zwei Bier pro Person müssen es schon sein. Erst als kälterer Wind einsetzt, beschließen wir, den Rückweg – wiederum über den Aufstiegsweg – einzuschlagen (11.50).

Vor den JuliernAbb. 9: Vor dem Panorama der Julischen Alpen

Der Abstieg zum Steigeinstieg ist im Eiltempo erledigt. Den Steig runter brauchen wir allerdings länger. Nicht, weil es runter schwerer wäre (insgesamt erscheint es mir runter einfacher als rauf), aber weil plötzlich mehrere Gruppen von offensichtlichen Klettersteigbeginnern von unten nach oben steigen. Also steige ich vor und warne die restliche Mannschaft weiter oben, wenn sich von unten die seltsamsten Leute durch die Rinnen quälen.

Querung
Abb. 10: Mike in der Querung

Sabine gesellt sich bald zu mir. Kommen die Einen rauf, bleibt uns Anderen nichts, als an einigermaßen breiten Stellen zu warten (und den einen oder anderen Bourbon zu trinken).

Nestplatz
Abb. 11: Sabine hat sich ein Nestchen gerichtet

Gluck Gluck
Abb. 12: Für einen Schnaps wird sogar dieses verlassen

Auf Grund des Gegenverkehrs ist der Abstieg etwas mühsam und zieht sich. Doch schließlich erreichen wir alle die Ausstiegsstelle (13.20). Wir versorgen das Klettergeschirr und steigen vorerst am Aufstiegsweg wieder ab. Es ergeben sich tolle Blicke auf den erklommenen Berg.

Trogkofel
Abb. 13: Trogkofel

Nachdem es uns nach einem leckeren Bierchen gelüstet, steigen wir auf alternativem Weg ab und erreichen schließlich die bewirtschaftete Hütte auf der Rudnigalm (14.30), wo wir einkehren und jausnen, als die Temperaturen fallen und es mehr und mehr zuzuziehen beginnt. Nach längerer Pause verlassen wir die sympathische Gastwirtschaft (15.15) und marschieren die letzten Meter auf gutem Weg zu unserem Parkplatz (15.30).

Autoinhalt
Abb. 14: Alle sind glücklich, Sabine, Sunny und Pauli (von rechts)

Fazit: Eine nicht allzu lange, aber wunderbare Tour auf einen ausgesetzten Berg, die für Wanderer, Kletterer und kulinarisch Interessierte alles zu bieten hat.

Jul 022011
 

Kurz nach fünf Uhr werde ich angestupst. “Ich bin munter!”, eine grinsende Sabine weckt mich aus meinen Träumen. Also gut. Aufstehen, kurz packen, einen Kaffe und auf zum Plöckenpass. Den Oberst Gressel Gedächtnisweg auf die Cellonschulter haben wir bereits im letzten Jahr absolviert. Insofern sollte der heutige Tag eine Wiederholung sein. Die Eindrücke dieses äußerst attraktiven Eisensteigs an der österreichisch-italienisch Grenze sind jedoch jedes mal aufs Neue großartig.

Der Steig hat einen sehr kurzen Zustieg, schon bald nach Ankunft um ca. 07.45 Uhr befinden wir uns am Stahlseil.

Einstieg
Abb. 1: Sabine am Einstieg

Es geht steil aufwärts über plattige B und C Stellen, etwa 15 Minuten nach Steigbeginn hat sich auch die Sonne über den vis á vis gelegenen Kleinen Pal geschoben und wir klettern im Sonnenschein weiter. Die Mühe lohnt sich schon botanisch. Immer wieder erkennen wir vereinzelt Edelweiß, welches sich auf Grund des relativ starken Windes jedoch schwer fotografieren lässt.

Edelweiß
Abb. 2: Edelweiß

Der Aufstieg ist lange und verläuft zumeist über glatte, vom Wasser der Jahrtausende begradigte Platten. Immer wieder queren wir Risse und steile Stufen.

Sabine steigt auf
Abb. 3: Sabine steigt auf

Aufwärts
Abb. 4: Über den Fels geradwegs aufwärts

Wir erreichen die Schlüsselstelle, eine äußerst steile Stufe, die zwar mit fünf Klammern gesichert ist, was aber eher behindert als hilft. Schon bald erreichen wir das letzte Gehgelände.

Sabine kommt rauf
Abb. 5: Sabine kommt rauf

(Un-) Gesichert
Abb. 6: (Un-) Gesichert

Ein paar Höhenmeter und wir erreichen das Ende des lustigen Steiges, von wo wir die wunderschöne Aussicht in das obere Gailtal genießen.

Gailtal
Abb. 7: Oberes Gailtal

Wir pausieren im Nahebereich von den vielen Stollen, in denen sich Italiener und Österreicher vor hundert Jahren in Massen gegenseitig umbrachten.

Ausblick
Abb. 8: Ausblick aus dem Kriegsstollen

Wir mampfen leckere Wurstsemmeln und trinken eine Flasche leer. Dann schlagen wir den Wanderweg über die italienischen Almen nach unten ein.

Windiger Aufbruch
Abb. 9: Ich hab tatsächlich meinen Hut vergessen!

Im Abstieg, der über einen wunderschönen Pfad, teils mit dem Steinen einer alten Kriegsstraße durchwachsen, führt, genießen wir die einzigartige Botanik dieser eindrucksvollen Alm.

Abb. 10: Botanik
Abb. 10: Eines der botanischen Highlights

Wir erreichen um etwa 11.30 Uhr unseren Ausgangspunkt, die nunmehr überbevölkerte Plöckenpasshöhe. Dort genehmigen wir uns neben zwei völlig besoffenen Italienern ein Bierchen und düsen schließlich wieder nach Hause.

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