Bereits um 06.30 Uhr treffen wir uns mit Mike und Pauli auf der Autobahnrast Dreiländerecke. Trotz der Empfehlung des Tankwarts, gleich zu Beginn einer Bergbesteigung mit dem Bier saufen zu beginnen, gönnen wir uns lediglich einen Kaffee. Manche mampfen Krapfen. Gemütlich gondeln wir nach Tröpolach, weiter nach Schlanitzen und schließlich auf die Rudnigalm, wo wir einige hundert Meter vor der bewirtschafteten Hütte das Auto abstellen. Eine Hiobsbotschaft gleich zu beginn: Der Uiberlacher-Steig (wir planten diesem im Abstieg) ist auf Grund Steinschlags gesperrt.
Wie wir absteigen werden wir schon sehen. Jetzt müssen wir mal rauf. Gleich zu Beginn (08.00) geht es am markierten Weg Nr. 413 äußerst steil aufwärts. Das jüngste Mitglied unserer Truppe beginnt zu Schnaufen wie ein Walross.

Abb. 1: In Reih und Glied
Obwohl wir gemütlich steigen, erreichen wir schneller als gedacht eine Steilstufe mit einer Wegquerung unterhalb des markanten Gipfelzieles. Nach kurzen Beratungen steigen wir weiter bis zur Staatsgrenze am Kleinen Sattel (09.10). Von dort aus geht es einige Höhenmeter abwärts zur Südseite des Trogkofels, bis wir den Einstieg zur vom italienischen Alpenverein 1980 erbauten Ferrata Crete Rosse erreichen (09.20).

Abb. 2: Kurz vor dem Einstieg (Südseite des Massivs)
Wir steigen durch eine kaminartige Rinne, durch die es ordentlich durchzieht, und weiter über Spalten auf. Ich gehe voraus, hinter mir Pauli, der plötzlich keine Probleme damit hat, gemsengleich nach oben zu hüpfen. Nach einigem Aufstieg im Schatten, freuen wir uns, die Sonne zu erreichen.

Abb. 3: Einstieg

Abb. 4: Tatsächlich! Ein Schattenmann!
Es geht recht zügig aufwärts. Schon bald erreichen wir die Schlüsselstelle, eine leicht überhängende rechte Begrenzungswand, ein Bauch (Schwierigkeit B/C, 10.10).

Abb. 5: Vor der Schlüsselstelle
Danach geht es auf zum Teil mit Klemmen gesicherten Felsen weiter. Der gesicherte Steig ist nicht sehr lange, wir erreichen das begraste Höhenplateau unterhalb des Trogkofels (10.25).

Abb. 6: Die letzten Meter

Abb. 7: Leichter Freikletteranstieg
Die letzten 150 Höhenmeter ziehen sich unerwartet lange. Doch Pauli hüpft voraus wie ein Steinbock und kann schließlich auch den Gipfelsturm für sich entscheiden (11.00).

Abb. 8: Am Gipfelkreuz
Fast eine ganze Stunde verbringen wir im wunderschönen Sonnenschein am Trogkofelgipfel. Vorerst alleine, erst später trudeln weitere Klettersteigbegeher nach und nach ein. Zwei Bier pro Person müssen es schon sein. Erst als kälterer Wind einsetzt, beschließen wir, den Rückweg – wiederum über den Aufstiegsweg – einzuschlagen (11.50).
Abb. 9: Vor dem Panorama der Julischen Alpen
Der Abstieg zum Steigeinstieg ist im Eiltempo erledigt. Den Steig runter brauchen wir allerdings länger. Nicht, weil es runter schwerer wäre (insgesamt erscheint es mir runter einfacher als rauf), aber weil plötzlich mehrere Gruppen von offensichtlichen Klettersteigbeginnern von unten nach oben steigen. Also steige ich vor und warne die restliche Mannschaft weiter oben, wenn sich von unten die seltsamsten Leute durch die Rinnen quälen.

Abb. 10: Mike in der Querung
Sabine gesellt sich bald zu mir. Kommen die Einen rauf, bleibt uns Anderen nichts, als an einigermaßen breiten Stellen zu warten (und den einen oder anderen Bourbon zu trinken).

Abb. 11: Sabine hat sich ein Nestchen gerichtet

Abb. 12: Für einen Schnaps wird sogar dieses verlassen
Auf Grund des Gegenverkehrs ist der Abstieg etwas mühsam und zieht sich. Doch schließlich erreichen wir alle die Ausstiegsstelle (13.20). Wir versorgen das Klettergeschirr und steigen vorerst am Aufstiegsweg wieder ab. Es ergeben sich tolle Blicke auf den erklommenen Berg.

Abb. 13: Trogkofel
Nachdem es uns nach einem leckeren Bierchen gelüstet, steigen wir auf alternativem Weg ab und erreichen schließlich die bewirtschaftete Hütte auf der Rudnigalm (14.30), wo wir einkehren und jausnen, als die Temperaturen fallen und es mehr und mehr zuzuziehen beginnt. Nach längerer Pause verlassen wir die sympathische Gastwirtschaft (15.15) und marschieren die letzten Meter auf gutem Weg zu unserem Parkplatz (15.30).

Abb. 14: Alle sind glücklich, Sabine, Sunny und Pauli (von rechts)
Fazit: Eine nicht allzu lange, aber wunderbare Tour auf einen ausgesetzten Berg, die für Wanderer, Kletterer und kulinarisch Interessierte alles zu bieten hat.









