Sechs Uhr, nein halb Sieben, o.k. sieben Uhr und wir stehen auf und packen. Etwa eine Dreiviertel Stunde später sitzen wir im Auto und kurven durch das Kanaltal bis nach Gemona, von dort über den breiten Tagliamento bis zum verfallenen Dörfchen Somp Cornino.
Wir parken vor der Bar da Molinaro und durchschreiten ab 09.30 Uhr den Ort, wenden uns in die Via della resistenza und anschließend auf einen Kulturweg steil aufwärts. Im Schnee verlieren wir die Markierung und gehen kurz auf falschem Weg, um schließlich wieder umzukehren und neuerlich aufzusteigen.

Abb. 1: Via della resistenza

Abb. 2: Aufstieg auf Kulturweg
Wir erreichen schließlich den Weg Nr. 817 und steigen steil bergan. Ein wunderschöner alter Kulturweg, der seit Jahrtausenden den Wandernden zur Verfügung steht, führt bis weit auf den Berg, wenn diese Bezeichnung auch für den Monte Prat, der mit seinen etwa neunhundert Höhenmetern eher ein Hügel ist, für einen Mitteleuropäer eher übertrieben anmutet. Da jedoch in dieser Region stets von einem sehr tiefen Niveau ausgegangen wird (Comp Sornino liegt auf 160 m über Adria), sind auch diese Hügel nicht zu unterschätzen.

Abb. 3: Ausblick auf die letzten Täler
Kurz nach elf Uhr erreichen wir die Scharte und schließlich den Weiler Ledranie, der sich in die Armada verfallener Dörfer in Friaul bedenkenlos einreiht. Ein sympathisches, dem Tod preisgegebenes Dörfchen.

Abb. 4: Sabine steigt auf

Abb. 5: Ledranie
Eine kurze Pause mit Semmel und Tee und wir brechen wieder auf. Etwa eine halbe Stunde später verlassen wir den markierten Weg und erreichen das Örtchen Val, architektonisch von noch schlechterer Substanz als Ledranie. Die Relikte des großen Erdbebens in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts sind kaum mehr besiedelt, nur hie und da zeugt ein gepflegtes Häuschen von menschlicher Anwesenheit.

Abb. 6: Val
Schon bald erreichen wir eine gepflasterte tief verschneite Straße, die wir lange entlang staksen, bis wir um ca. 12.40 Uhr die Abzweigung kurz vor dem Albergo Monte Prat erreichen.

Abb. 7: Bäume im Winterkleid

Abb. 8: Gluck, gluck
Zuerst geht es auf schönen Wegen, dann auf äußerst rutschigen alten Kultursträßchen steil bergab. Wir folgen der Markierung Nr. 818 bis runter zum Weiler Ca dell’Agnola und von dort weiter bis San Rocco, ein verfallenes Dörfchen mit einer bezaubernden Kirche.

Abb. 9: Abwärts

Abb. 10: Sonne auf den letzten Ausläufern der Alpen
Auf einem schlechten Kulturweg erreichen wir um ca. 14.00 Uhr Cornino und zehn Minuten später unseren Ausgangspunkt in Somp Cornino.

Abb. 11: Auf den letzten Metern







