Als Alternativen standen heute eigentlich entweder - Schönwetter vorausgesetzt - der Lärchenturm-Klettersteig oder - einigermaßen stabiles Wetter vorausgesetzt - der Straßkopf in der Schobergruppe am Programm. Geworden ist es nichts davon, mein unruhiges Umherstaksen um sechs Uhr morgens kostete Sabine wenig ihrer verdienten Nachtruhe. Da es jedoch weiter regnete, beschloss ich, ihr diese zu gönnen, und wir schliefen weiter.
Die Hochstuhl-Idee kam Sabine. Ich hätte ja angesichts des Zeitrahmens - wir hatten uns etwa um 10.00 Uhr zu entscheiden - eine kürzere Tour vorgeschlagen, aber das muss Sabine natürlich nicht wissen. Also rein ins Auto und etwa vierzig Minuten bis tief ins Bärental, wo wir in Erinnerung an das letzte Jahr starten.

Abb. 1: Karawankenzug
Um viertel Zwölf kommen wir am Parkplatz nach einer lustigen Fahrt an und der Niederschlag, der offensichtlich auf uns gewartet hat, setzt ein. Was soll’s, wir starten los, ungeachtet der nassen Verhältnisse. Sehr sportlich starten wir nach oben. Auch wenn wir noch unsicher sind, ob wir angesichts der nassen Verhältnissen den Klettersteig tatsächlich erklimmen sollen, befinden wir uns etwa eine Stunde nach Aufbruch am Einstieg.

Abb. 2: Sabine am Einstieg
Nachdem zwei wesentlich ältere Menschen - die einzigen die wir neben einer Slowenin heute auf dem sonst völlig überlaufenen Steig treffen - einfach drauflos starten, beschließen auch wir, den Klettersteig in Angriff zu nehmen. Da wir heuer bereits viele Ferrata-Kilometer in unseren Füßen spüren, geht es unproblematisch und zügig nach oben.

Abb. 3: Aufwärts
Dennoch macht das Wetter uns einen (kleinen) Strich durch die Rechnung. Schon nach etwa einer dreiviertel Stunde im Steig beginnt es zu regnen. Doch unsere Zuversicht siegt, immerhin ist der wunderbare Karawankenzug nach wie vor hervorragend in Sicht.

Abb. 4: Karawanken
Wir steigen weiter und sind zuversichtlich, dass sich das Wetter heute noch bessert. Offensichtlich haben wir die fetten Wolken in den südlichen Alpen noch nicht gesehen.

Abb. 5: Sabine in Kussposition
Klar wird uns das Schicksal des Wetters erst, als sich die Hochnebelfelder rund um unser Tagesziel, dem wir immer näher kommen, positionieren.

Abb. 6: Einfallender Nebel im Hochgebirge
Was sich im letzten Jahr ziemlich zog, bewältigen wir heute mit dem nötigen Maß an Geduld an Ausdauer. Die Karawankenkette und wunderschöne Orte wie Jesenice und Bled im Hintergrund, bewegen wir uns nach Verlassen des Klettersteiges steil nach oben.

Abb. 7: Sabine im Aufstieg
Nach zwei Stunden und zwanzig Minuten in Steig und Aufstieg erreichen wir völlig alleine (!) das Gipfelkreuz des Hochstuhls, des höchsten Bergs der Karawanken. Wir gönnen uns eine Semmel (die - wie üblich- teils von einer lustigen Dohle verspeist wird) und unseren obligaten Gipfelvodka (ohne Dohle).
Abb. 8: Sabine am Gipfelkreuz
Nach zwanzig Minuten Pause geht es weiter und wir steigen in das leidige slowenische Tal hinter dem Hochstuhl ab. Auch wenn wir heuer im Gegensatz zum Vorjahr den Weg finden, rutschen wir unkontrolliert nach unten.

Abb. 9: In den slowenischen Karawanken
Zügig wie wir heute sind, erreichen wir bald den Übergang nach Österreich und den mehr und mehr verfallenen Weg zur Klagenfurter Hütte. Diese erreichen wir kurz vor halb Fünf und zumindest ich gönne mir einen Liter Bier, während sich Sabine mit einem halben Liter Radler und einen Kaffee zufrieden gibt.

Abb. 10: Rückblick aus der Klagenfurter Hütte
Irgendwann wird es jedoch auch für uns Zeit und wir wandern die geschätzten vierzig Minuten von der Klagenfurter Hütte zum Parkplatz. Insgesamt ein wunderbarer Sonntag, den wir - auf Grund des unbeständigen Wetters - nahezu alleine am beliebten Karawankengipfel erleben durften.













