26. September 2010

Hochstuhl

Abgelegt unter: Klettersteige, Wandern — Markus Ertl @ 22:40

Als Alternativen standen heute eigentlich entweder - Schönwetter vorausgesetzt - der Lärchenturm-Klettersteig oder - einigermaßen stabiles Wetter vorausgesetzt - der Straßkopf in der Schobergruppe am Programm. Geworden ist es nichts davon, mein unruhiges Umherstaksen um sechs Uhr morgens kostete Sabine wenig ihrer verdienten Nachtruhe. Da es jedoch weiter regnete, beschloss ich, ihr diese zu gönnen, und wir schliefen weiter.

Die Hochstuhl-Idee kam Sabine. Ich hätte ja angesichts des Zeitrahmens - wir hatten uns etwa um 10.00 Uhr zu entscheiden - eine kürzere Tour vorgeschlagen, aber das muss Sabine natürlich nicht wissen. Also rein ins Auto und etwa vierzig Minuten bis tief ins Bärental, wo wir in Erinnerung an das letzte Jahr starten.

Karawankenzug
Abb. 1: Karawankenzug

Um viertel Zwölf kommen wir am Parkplatz nach einer lustigen Fahrt an und der Niederschlag, der offensichtlich auf uns gewartet hat, setzt ein. Was soll’s, wir starten los, ungeachtet der nassen Verhältnisse. Sehr sportlich starten wir nach oben. Auch wenn wir noch unsicher sind, ob wir angesichts der nassen Verhältnissen den Klettersteig tatsächlich erklimmen sollen, befinden wir uns etwa eine Stunde nach Aufbruch am Einstieg.

Am Einstieg
Abb. 2: Sabine am Einstieg

Nachdem zwei wesentlich ältere Menschen - die einzigen die wir neben einer Slowenin heute auf dem sonst völlig überlaufenen Steig treffen - einfach drauflos starten, beschließen auch wir, den Klettersteig in Angriff zu nehmen. Da wir heuer bereits viele Ferrata-Kilometer in unseren Füßen spüren, geht es unproblematisch und zügig nach oben.

Aufwärts
Abb. 3: Aufwärts

Dennoch macht das Wetter uns einen (kleinen) Strich durch die Rechnung. Schon nach etwa einer dreiviertel Stunde im Steig beginnt es zu regnen. Doch unsere Zuversicht siegt, immerhin ist der wunderbare Karawankenzug nach wie vor hervorragend in Sicht.

Karawanken
Abb. 4: Karawanken

Wir steigen weiter und sind zuversichtlich, dass sich das Wetter heute noch bessert. Offensichtlich haben wir die fetten Wolken in den südlichen Alpen noch nicht gesehen.

Kussmund
Abb. 5: Sabine in Kussposition

Klar wird uns das Schicksal des Wetters erst, als sich die Hochnebelfelder rund um unser Tagesziel, dem wir immer näher kommen, positionieren.

Nebel
Abb. 6: Einfallender Nebel im Hochgebirge

Was sich im letzten Jahr ziemlich zog, bewältigen wir heute mit dem nötigen Maß an Geduld an Ausdauer. Die Karawankenkette und wunderschöne Orte wie Jesenice und Bled im Hintergrund, bewegen wir uns nach Verlassen des Klettersteiges steil nach oben.

Aufstieg
Abb. 7: Sabine im Aufstieg

Nach zwei Stunden und zwanzig Minuten in Steig und Aufstieg erreichen wir völlig alleine (!) das Gipfelkreuz des Hochstuhls, des höchsten Bergs der Karawanken. Wir gönnen uns eine Semmel (die - wie üblich- teils von einer lustigen Dohle verspeist wird) und unseren obligaten Gipfelvodka (ohne Dohle).

GipfelAbb. 8: Sabine am Gipfelkreuz

Nach zwanzig Minuten Pause geht es weiter und wir steigen in das leidige slowenische Tal hinter dem Hochstuhl ab. Auch wenn wir heuer im Gegensatz zum Vorjahr den Weg finden, rutschen wir unkontrolliert nach unten.

Karawanken
Abb. 9: In den slowenischen Karawanken

Zügig wie wir heute sind, erreichen wir bald den Übergang nach Österreich und den mehr und mehr verfallenen Weg zur Klagenfurter Hütte. Diese erreichen wir kurz vor halb Fünf und zumindest ich gönne mir einen Liter Bier, während sich Sabine mit einem halben Liter Radler und einen Kaffee zufrieden gibt.

Ausblick
Abb. 10: Rückblick aus der Klagenfurter Hütte

Irgendwann wird es jedoch auch für uns Zeit und wir wandern die geschätzten vierzig Minuten von der Klagenfurter Hütte zum Parkplatz. Insgesamt ein wunderbarer Sonntag, den wir - auf Grund des unbeständigen Wetters - nahezu alleine am beliebten Karawankengipfel erleben durften.

19. September 2010

Bodental

Abgelegt unter: Wandern — Markus Ertl @ 14:11

Kurze Wanderung im Bodental zur auf Grund der bis heute morgen anhaltenden Regenfälle überschwemmten Märchenwiese.

Märchenwiese
Abb. 1: Panorama der Märchenwiese

Hochnebel
Abb. 2: Karawanken im Hochnebel

Spiegelungen
Abb. 3: Wasser und Wiese

Leben am Stumpf
Abb. 4: Leben am Stumpf

12. September 2010

“Bella Vista” auf die Hohe Leier (2.774 m)

Abgelegt unter: Klettersteige, Wandern — Markus Ertl @ 20:21

Nachdem es uns heute wieder mal nach einem knackigen Klettersteig gelüstet, düsen wir mit dem Auto in einer Stunde bis zur Talstation der Reißeckbahnen in Kolbnitz. Die drei Schrägaufzüge und anschließend die höchst gelegene Schmalspurbahn Europas bringen uns sicher zum Plateau der Stauseen in ca. 2.250 m.

Reißeck-Bahn
Abb. 1: In der Reißeck-Bahn

In etwa zehn Minuten wandern wir zur äußerst sympathischen Reißeckhütte. Nachdem wir den anderen transportierten Menschen gerne den Vortritt lassen, gönnen wir uns noch einen Morgenkaffee im traumhaften Ambiente zwischen Reißeck- und Kreuzeckgruppe mit Blicken bis tief in die Schobergruppe.

Schließlich steigen wir weiter über Blockgestein aufwärts und lassen die Speicherseen langsam hinter uns.

Speichersee
Abb. 2: Speichersee

Auf dem Weg zur Roßalmscharte geht es sehr zügig aufwärts. Schon nach kurzer Zeit zweigen wir in Richtung Klettersteig “Bella Vista” auf den Weg Nr. 573 ab, wo wir weiter aufsteigen.

Sabinerama
Abb. 3: Sabinerama

Wir erreichen den Klettersteig und die berühmte Einstiegsstelle. Die hat es in sich. Sie gilt als der schwerste Part der gesamten Tour und ist in den einschlägigen Führern mit der Schwierigkeit “C/D” bewertet. Sehr steil geht es aufwärts, ständig in “C”, den Gipfelgrat stets im Blick.

Aufwärts
Abb. 4: Sabine kommt aufwärts

Gehangen
Abb. 5: Blicke auf den Gegenhang

Schon bald befinden wir uns am Beginn des ewig langen Grates. Lange Zeit steigen und klettern wir mit traumhaften Ausblicken auf Hohe Tauern und Nockberge zwischen Schatten und wärmendem Sonnenschein dahin. Der Grat erscheint endlos.

Am Grat
Abb. 6: Am Grat

Überstieg
Abb. 7: Überstieg

Etwa dreieinhalb Stunden nach Aufbruch erreichen wir nach einem wunderschönen Klettersteig den Gipfel der Hohen Leier (2.774 m).

Ich
Abb. 8: Diesmal ein Foto von mir

Sabine am Gipfelkreuz
Abb. 9: Sabine am Gipfelkreuz

Wir rasten etwa eine dreiviertel Stunde, trinken unser obligates Gipfelbier und essen eine meinerseits exquisit gestaltete Wurstsemmel. Nachdem wir realisieren, dass unsere geplante Talfahrt bereits um 15.20 Uhr stattfinden soll, brechen wir schließlich auf und legen nach unten noch einen Gang zu. Über loses Blockgestein hüpfen wir gemsengleich und äußerst ästhetisch, jedoch wirkungsvoll, dahin.

Sabine am Rückweg
Abb. 10: Typische “Weg-”beschaffenheit am Rückweg

Wir erreichen unseren Ausgangspunkt zehn Minuten vor Abfahrt und gönnen uns noch ein Bier. Alles in allem eine traumhafte Tour bei besten Wetterverhältnissen.