29. Mai 2010
Heute düsen wir mit dem Auto in eineinhalb Stunden zum Plöckenpass, wo wir uns aufmachen, um den neu angelegten Oberst Gressel Steig zu erklimmen. Die erste Kunst besteht im Auffinden der Einstiegsstelle der kürzlich errichteten Ferrata. Nach nur wenig zögern steigen wir gleich steil bergauf. Der Steig ist sehr luftig, die Häuser am Plöckenpass im Hintergrund werden immer kleiner. Zwei etwas knackige Aufstiegsstellen stürmen wir geschwind, bis wir schließlich zur Schlüsselstelle, einem mit Tritthilfen gesicherten Überhang (Schwierigkeit “C”) kommen. Doch auch den queren wir im Nu und steigen bis zur Cellonschulter auf. Insgesamt haben uns die eineinhalb Stunden Aufstieg viel Spass gemacht.
Trotz des unsicheren Wetters versuchen wir weiter in Richtung Frischenkofel anzusteigen. Unsere Aufstiegsroute folgt dem Zustieg zum Steinbergerweg, einem Klettersteig Mitten in der Rinne unterhalb des Gipfels. Wir erreichen ihn und steigen über extrem steile mit Blockgestein durchsetzte Wiesen nach oben. Gerade an jener Stelle, an welcher der Steig für etwa fünfhundert Meter unterbrochen wird, liegen Mitten in der Schlucht einige Schneefelder. Auch wenn der Aufstieg grundsätzlich nur leichte Klettereinlagen erfordern würde, stellt sich die Situation bei Schnee völlig anders dar. Unser Beschluss umzukehren wird durch einsetzenden Regen bestärkt. Wir steigen also die steilen Wiesen wieder bergab, wenden uns an der Cellonschulter in Richtung Wanderweg und trotten gemütlich runter. Beobachtet werden wir dabei von Herrn und Frau Murmel, welche sich im leichten Regen zu duschen scheinen und sich ungewöhnlich weit aus ihren Löchern hervortrauen. Etwa fünf Stunden nach Aufbruch erreichen wir unseren Ausgangspunkt, den Gasthof an der Plöckenpasshöhe.

Abb. 1: Einstieg in den Oberst Gressel Weg

Abb. 2: Sabine strebt nach oben

Abb. 3: Schon recht luftig

Abb. 4: Auch eine knackige Stelle

Abb. 5: Am Ausstieg des Oberst Gressel Weges

Abb. 6: Altschneefelder machen eine Freikletterei am Steinbergerweg unmöglich

Abb, 7: Rückweg Richtung Plöckenpass

Abb. 8: Neugieriger Herr Murmel
23. Mai 2010
Nachdem angesichts des Altschnees noch kaum Klettersteige begehbar sind, wollen wir den einigermaßen tief gelegenen Steig durch die Rotschitza-Klamm durchqueren. Wir starten um 09.20 Uhr beim Gasthof Baumgartner oberhalb der Burgruine Finkenstein und steigen entlang der Schipiste auf.

Abb. 1: Am Start
Wir durchqueren den Wald auf schmalen Pfaden und erreichen nach etwa fünfunddreißig Minuten den Wasserfall des Rotschitza-Baches, gleichzeitig Einstieg des sympathischen Klettersteigs.

Abb. 2: Rotschitzabach-Wasserfall

Abb. 3: Sabine am Einstieg (andere Bachseite)
Entlang der Schluchtwände geht es recht angenehm aber sehr spritzig bergauf. Etwas knackig ist die B/C-Stelle direkt beim Überstieg zur ersten Seilbrücke über den Rotschitzabach.

Abb. 4: Überhang bei der ersten Schluchtquerung

Abb. 5: Dritte Bachquerung
Der Klettersteig ist begehbar bis zur ersten Wildbachverbauung, die letzten Meter können wir auf Grund gefährlicher Altschneefelder nicht mehr mitnehmen. Insgesamt ist die Ferrata aber ein recht vergnügliches etwa dreißigminütiges Erlebnis. Im Anschluss ärgern wir uns über einen Teleskopstock, der sich beharrlich weigert, in die Länge gezogen zu werden und beginnen anschließend mit dem sehr steilen Aufstieg ins Hochgebirge. Das Wetter meint es jedoch weniger gut mit uns. Je steiler wir ansteigen, desto trüber wird der Horizont.

Abb. 6: Kurze Rast weit über dem Faaker See
Am Grat entlang geht es noch einige Zeit, bis schließlich das Gipfelkreuz unseres heutigen Zieles, des Mallestiger Mittagskogels, in unsere Sichtweite gerät.

Abb. 7: Erste Gipfelblicke
Nach dem anstrengenden Aufstieg erreichen wir schließlich den Gipfel. Immer wieder setzt leichter Regen ein, weshalb sich leider auch kaum lohnende Ausblicke ergeben. Nach einer etwa fünfzehnminütigen Rast verlassen wir den ausgesetzten Gipfel an der österreichisch-italienischen Staatsgrenze.

Abb. 8: Wetterumschwung

Abb. 9: Wieder runter
Der Abstieg ist rekordverdächtig. Sabine gibt Gas, sie wird wohl sehr hungrig sein. In nur einer Stunde und fünfzig Minuten befinden wir uns wieder beim Gasthof Baumgartner, wo wir uns ein leckeres Jägerpfandl und ein (so Mancher auch zwei) Bier gönnen. Insgesamt sind wir etwa fünf Stunden und dreißig Minuten unterwegs. Am Heimweg stoppen wir noch kurz am Klettergarten Kanzianiberg und entdecken dort auch Ludwig den Laubfrosch.

Abb. 10: Runter müssen wir sowieso

Abb. 11: Laubfrosch Ludwig
22. Mai 2010
Wir eröffnen die heurige Klettersteigsaison und fahren nach Lavamünd, wo wir uns an den Dreifaltigkeitsfelsen wagen. Im “Klettersteigführer Österreich” wird die kurze Ferrata mit der Schwierigkeit C bewertet, sollte für uns also ein Spaziergang werden. Doch schon bald nach dem mittäglichen Einstieg stellt sich heraus, dass wir uns sehr getäuscht haben. In weiten Schwüngen führt das Stahlseil steil am ausgesetzten Felsen bergauf. Handarbeit ist hier unerlässlich, besonders im knackigen Steilstück in der Mitte. Eine weitere Schlüsselstelle befindet sich schließlich am Ende des Steiges, zwischen unseren Füßen und dem zweihundert Meter tiefer liegenden Lavamünd befindet sich kein Felsen mehr in Sichtweite. Da wir immer wieder kurz rasten, benötigen wir etwa eine halbe Stunde für die Durchschreitung der Wand, bis wir zur 1690 erbauten Dreifaltigkeitskirche kommen. Von dort geht es entlang des Kreuzweges wieder abwärts. Spätere Recherchen ergeben, dass die tatsächliche Schwierigkeit des Dreifaltigkeitssteiges mit C/D (ÖAV) oder D (Gipfeltreffen-Forum) einzustufen ist.

Abb. 1: Guten Mutes am Start

Abb. 2: Die Kletterroute

Abb. 3: Luftiger Aufstieg

Abb. 4: Sabine in ihrem Element

Abb. 5: Steiler Aufstieg

Abb. 6: Endlich angekommen

Abb. 7: Wohlverdiente Pause (zwischen tausenden Ameisen wie sich kurz darauf herausstellen sollte)

Abb. 8: Künstlerisch wertvolles Selbstportrait