24. April 2010

Death Valley

Abgelegt unter: Wandern — Markus Ertl @ 20:36

Um 08.10 Uhr brechen wir heute im malerischen und archetektonisch modernen Riofreddo, etwa fünf Kilometer von Tarvis gelegen, auf. Auf einem hübschen Forstweg steigen wir ständig leicht bergauf, bis sich das Tal nach etwa dreißig Minuten weitet und hervorragende Ausblicke auf die schneeverhangene Gipfelkette rund um Montasch (Jof di Montasio) und Wischberg (Jof di Fuart), mithin über den gesamten Gamsmutterzug, bietet.

Am Forstweg
Abb. 1: Dem Forstweg entlang

Etwa fünfundsiebzig Minuten nach dem Aufbruch erreichen wir eine wunderschöne Lichtung im Valle di Riofreddo. Die folgende Querung des namensgebenden Flusses erweist sich schwieriger als gedacht. Der auf Grund der Schneeschmelze zu einem beachtlichen Gebirgsgewässer angewachsene Riofreddo stellt aber kein unüberbrückbares Hindernis dar. Sabine stakst rüber, ich hüpfe ein paar Mal und wir befinden uns auf der orographisch rechten Uferseite. Durch den Wald geht es anschließend etwa vierhundert Höhenmeter steil bergauf.

Ausblick
Abb. 2: Ausblicke im Aufstieg

Immer wieder queren wir Altschneefelder und sinken bis zur Hüfte ein. Schließlich erreichen wir aber Sella della Cave, den bewaldeten Sattel zwischen dem Predil- und dem Riofreddotal. Wir pausieren und gönnen uns eine wohlverdiente Wurstsemmel.

Nach fünfzehn Minuten beginnt der schöne, doch sehr rutschige Abstieg im Wald. Wir erreichen eine Forststraße und wandern vorerst linkerhand, um nach kurzer Zeit einen Aussichtspunkt bei einem verfallenen Stollengebäude aufzusuchen. Nach kurzer Besichtigung kehren wir um und spazieren dem Forstweg entlang in Richtung Cave del Predil. Verlassene Ruinen weisen uns den Weg zu den einst größten Blei-Zink-Bergwerken im Alpenraum. Wir halten uns nur kurz in Raibl auf, da wir eine Durchquerung für später planen.

Raibl
Abb. 3: Bergwerke Raibl

Auf der alten Passstraße, nunmehr ein verwachsener Pfad, schlendern wir gemütlich bergauf bis sich erste Blicke auf den Lago del Predil auftun.

Predilsee
Abb. 4: Blicke auf den Predilsee

Zwanzig Minuten nach dem Aufbruch in Cave del Predil biegen wir rechts in einen Waldpfad und steigen zum Lago del Predil ab, wo wir das zugehörige Cafe um exakt 13.00 Uhr erreichen. Die uns dort aufgetischte italienische Kulinarität besteht aus Gösser-Bier und Apfelstrudel.

Lago del Predil
Abb. 5: Lago del Predil

Wir verweilen etwa fünfzig Minuten am zauberhaften See bis wir wieder aufbrechen. Vorerst im Wald, später der Hauptstraße entlang, geht es wieder nach Cave del Predil.

Bergwerk
Abb. 6: Bergwerksanlage in Cave del Predil

Skyline
Abb. 7: Skyline von Cave del Predil

In Raibl (deutsch für Cave del Predil) passieren wir - ein Verbotsschild ignorierend - einen Schranken und besichtigen das riesige Bergwerksgelände der 1992 stillgelegten Anlage. Stellvertretend für die gesamte Region Friauls erobert sich hier die Natur ihren ursprünglichen Platz zurück, wenn auch offensichtlich noch einige Arbeitnehmer am Werksgelände beschäftigt werden. Lange wandern wir links der riesigen Abraumhalde entlang und bedauern, dass sämtliche Stolleneingänge zugemauert oder verschlossen wurden.

Abraumhalde
Abb. 8: Abraumhalde

Bei Muda, einem vergessenen Ort bestehend aus vier Ruinen, erreichen wir wieder die Hauptstraße und zweigen nach etwa zweihundert Metern - wiederum ein Verbotsschild ignorierend - nach links ab. Wir erreichen eine Wehr am Rio del Lago und schlagen uns mangels Alternativen auf einem längst verfallenen Wanderweg mit leichten Klettereinlagen durch die Botanik. Schließlich erreichen wir ein nettes Forststräßchen, welches wir entlangwandern, bis wir sieben Stunden und zwanzig Minuten nach Aufbruch unseren Ausgangspunkt, das malerische Riofreddo, erreichen.

Riofreddo
Abb. 9: Historisch bedeutende Altstadt von Riofreddo

23. April 2010

Duino und Grado

Abgelegt unter: Kultur — Markus Ertl @ 20:42

Duino
Abb. 1: In Duino

In der Burg Vecchio
Abb. 2: Im Castel Vecchio

Inventar
Abb. 3: Inventar

Duino
Abb. 4: Duineser Bucht

Aristokratie
Abb. 5: Aristokratische Nachbarschaft

Im Bunker I
Abb. 6: Im Bunker I

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Abb. 7: Im Bunker II

In Grado
Abb. 8: In Grado

Ausblicke
Abb. 9: Ausblicke in Grado

17. April 2010

In den vergessenen Dörfern

Abgelegt unter: Wandern — Markus Ertl @ 20:18

Um 07.00 Uhr machen wir uns auf, um uns in Friaul auf die Suche nach die vergessenen Geisterdörfern zu machen, deren Blütezeit eine kleine Ewigkeit zurückliegt und denen das Erdbeben von 1976 den endgültigen Garaus gemacht hat. Etwa eine Stunde und zwanzig Minuten später befinden wir uns in Moggio Udinese Alto, wo wir zu unserer Wanderung aufbrechen.

Moggio
Abb. 1: Moggio Udinese di sopra

Kurze Zeit bewegen wir uns auf Asphalt, bis wir den Wanderweg Nr. 418 (”Moggessa di qua”) erreichen. Es geht in unzähligen Serpentinen nach oben und etwa eine Stunde nach Aufbruch erreichen wir einen Sattel mit einem Bildstock.

Rückblick
Abb. 2: Rückblick auf Moggio Udinese

Kurz darauf geht es weiter und wir steigen auf schönen, in den Berg gegossenen und mit Blockgestein gepflasterten Wegen nach Moggessa di qua ab.

Abstieg
Abb. 3: Richtung Moggessa di qua

Moggessa di qua ist ein verfallenes Dörfchen und der wohl eindruckvollste Zeuge des großen Bebens Mitte der achtziger Jahre. Nunmehr erobert sich die Natur rücksichtslos ihren ursprünglichen Platz zurück.

Moggessa di qua
Abb.  4: Moggessa di qua

Nach ausgiebiger Ortsbesichtigung mampfen wir eine Wurstsemmel und wandern anschließend weiter bis Moggessa di la.

Richtung Moggessa di la
Abb. 5: Richtung Moggessa di la

Moggessa di la zeigt sich ähnlich verlassen wie sein Pendent an der gegenüberliegenden Bergseite. In beiden Orten entdecken wir jeweils einen einzigen Menschen. Dennoch zeigen einige angebrachte Satellitenantennen auf eine zumindest gelegentliche Bewohnung dieses Geisterdorfs. Bei einem Brunnen schöpfen wir Wasser.

Moggessa di la
Abb. 6: In Moggessa di la

Wir sind etwa zweieinhalb Stunden unterwegs als wir mit dem steilen Abstieg in die Schlucht beginnen. Immer wieder begegnen uns Frühlingsboten in Form von Primelnstöcken und unzähligen Eidechsen, die offenbar wissen wollen, was zwei Menschen in dieser Einsamkeit zu suchen haben. Wir gelangen in die Schlucht und widmen uns unserer nächsten Herausforderung: Der Durchwatung des Torrente Glango. Also raus aus Schuhen und Socken und im eiskalten Wasser rübergestackst.

Durchwatung des Torrente Glango
Abb. 7: Durchwatung des Torrente Glango

Anschließend geht es extrem steil etwa dreihundert Höhenmeter wieder hoch. Wir sind etwa vier Stunden unterwegs als wir das sympathische Örtchen Stavoli erreichen. Auch hier besichtigen wir die Ruinen und treffen auf exakt einen Menschen.

Stavoli
Abb. 8: Stavoli

Anschließend nehmen wir den falschen Weg, ein Irrtum, der uns etwa fünfzehn Minuten kostet, uns jedoch einen wunderbar alten Kulturpfad näherbringt. Am richtigen Weg angelangt, geht es wieder überaus steil - nunmehr abwärts - neuerlich in die Schlucht des Torrente Glango, den wir dieses Mal auf einer mehr oder weniger stabilen Eisenbrücke überqueren.

Dem Torrente Glango entlang
Abb. 9: Dem Torrente Glango entlang

Schließlich schlendern wir links des Flusses eine scheinbare Ewigkeit auf einem sympathischen, aber nicht wenig anstrengenden Pfad, bis wir Campiolo di sopra erreichen. Von dort geht es in etwa fünfzehn Minuten bis Moggio Udinese und schließlich über begrünte Treppen zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Richtung Moggio
Abb. 10: Richtung Moggio Udinese

Insgesamt sind wir sechs Stunden und fünfundvierzig Minuten unterwegs.

Letzter Aufstieg
Abb. 11: Letzter Aufstieg