Nachdem ich Sabine, die gerade fleißig an ihrer Diplomarbeit werkelt, nicht weiter auf die Nerven fallen möchte und meinen Urlaub ausnützen will, beschließe ich, drei Tage im Höllengebirge zu verbringen. Geplant ist eine Überquerung dieses markanten Gebirgszuges in den Vorderen Alpen.
19.08.2010: Vorderer Langbathsee – Hochleckenhütte

Abb. 1: Topographie des ersten Tages

Abb 2.: Höhenprofil des ersten Tages
Nach einer Anfahrt von zwei Stunden und fünfundvierzig Minuten starte ich meine Wanderung am Vorderen Langbathsee (664 m) um 07.45 Uhr. Gemütlich spaziere ich entlang der nördlichen Uferseite und passiere nur wenig später auch den wie ein Kleeblatt geformten Hinteren Langbathsee (732 m). Etwa eine Stunde nach meinem Aufbruch erreiche ich den Einstieg zum sog. Schafluckensteig, den ich steil und ausgesetzt aufsteige. Vorerst bewege ich mich an der Kante des mit Drahtsteilen gesicherten Berges entlang, später steige ich durch Karst und Blockgestein bergauf. Schließlich endet der Baumbewuchs und die für die nächsten Tage typische Landschaft auf weißem Stein zwischen endlosen Latschen öffnet sich vor mir. Um 11.10 Uhr erreiche ich mein erstes Etappenziel, den Brunnkogel (1.708 m) mit seinem vierzehn Meter hohen weithin sichtbaren Gipfelkreuz.

Abb. 3: Schafluckensteig

Abb. 4: Brunnkogel
Nach einer Pause von dreißig Minuten steige ich westwärts ab in den “Schlund” und komme um 12.40 Uhr an meinem heutigen Etappenziel, der Hochleckenhütte (1.574 m) an.

Abb. 5: Ambiente um die Hochleckenhütte
Nachdem ich dort zu Mittag gegessen habe, “bewaffne” ich mich ausschließlich mit meinem Fotoapparat und einer Flasche Wasser und mache mich um 14.00 Uhr wieder auf. Zweimal runter in die Täler, zweimal wieder rauf und ich erreiche die Brennerin (1.662 m) mit einem wunderbaren Ausblick auf den Attersee und den Mondsee. Nach einer kurzen Pause kehre ich um und komme um 17.00 Uhr schließlich wieder an der Hochleckenhütte an.

Abb. 6: Brennerin

Abb. 7: Sonnenuntergang über dem Attersee
20.08.2009: Hochleckenhütte – Rieder Hütte

Abb. 8: Topographie des zweiten Tages

Abb. 9: Höhenprofil des zweiten Tages
Nach einem Frühstück mache ich mich um 08.10 Uhr auf, um vor der eigentlichen heutigen Etappe den Hochleckenkogel (1.691 m) zu erreichen. Nach einer zehnnminütigen Pause steige ich wieder zum Weg und anschließend sehr lange bergab in den sog. Pfaffengraben (1.354 m) ab. Der Abstieg ist sehr anstrengend und führt über Steinplatten und verwachsene Latschen. Die in der Karte eingezeichnete Quelle finde ich versiegt vor, was angesichts des weiteren Wegverlaufes schlimm ist. Eine andere Quelle müsste ich in ca. eineinhalb Stunden erreichen, doch was, wenn auch diese keine Schüttung mehr zeitigt? Kein Wasser im Höllengebirge?

Abb. 10: Am Hochleckenkogel
Nach dem Pfaffengraben geht es wieder steil bergauf – zur Pfaffengrabenhöhe (1.691 m). In ständigem Auf und Ab passiere ich schließlich den Grünalmkogel (1.821 m), dessen Gipfelkreuz ich “rechts” liegen lasse. Nach neuerlichem Abstieg offenbart sich mir in verheißungsvollen Lettern (“Quelle – 15 min”) eine mögliche Wasserfassung. Zehn Minuten später erreiche ich tatsächlich eine Quelle. Ich verweile lange Zeit, wasche mich und trinke literweise Wasser. Gestärkt und mit vollem Wasserbauch geht es (sehr zäh) weiter.

Abb. 11: Am Weg
Etwas später weiche im vom Weg zur Rieder Hütte ab und entschließe mich, einen Abstecher auf den Eiblgupf (Winkler Kreuz, 1.813 m) zu machen, welcher wunderbare Ausblicke auf den Traunstein ermöglicht. Die Rieder Hütte erreiche ich um 16.10 Uhr.

Abb. 12: Traunstein

Abb. 13: Schuhe an der Rieder Hütte
21.08.2009: Rieder Hütte – Vorderer Langbathsee

Abb. 14: Topographie des dritten Tages

Abb. 15: Höhenprofil des dritten Tages
Am letzten Tag der Höllengebirge-Querung starte ich nach dem Frühstück auf der Rieder Hütte sehr sportlich um 07.30 Uhr zur höchsten Erhebung dieser Gebirgsgruppe, dem Großen Höllenkogel (1.862 m). Diesen erreiche ich um 08.10 Uhr und pausiere anschließend fünfzehn Minuten.

Abb. 19: Großer Höllenkogel
Im Verlauf geht es in einem ständigen Auf und Ab – entgegen den letzten Tagen allerdings auf einem ordentlichen Steig – bis ich den markierten österreichischen Weitwanderweg 04 (Voralpenweg) erreiche und auf diesem weiter wandere. Um 10.10 Uhr gelange ich zu einer Gastwirtschaft am touristisch gut erschlossenen Feuerkogel (1.592 m), wo ich mir einen Früchteeisbecher gönne.

Abb. 20: Ausläufer
Dann geht es steil und ständig bergab. Vorerst durch die gewohnten Latschen, später durch dichten Wald bis zur Pledialm und weiter runter bis zum Gasthof In der Kreh. Von diesem aus lege ich die letzten Meter auf leicht ansteigender asphaltierter Straße zurück. Um exakt 13.00 Uhr erreiche ich schließlich mein Automobil am Parkplatz am Vorderen Langbathsee.

Abb. 21: Pledialm

Abb. 22: Abschied von treuen langjährigen Begleitern