Auf Grund von früheren Beschreibungen bereits verstorbener Ortskundiger machten wir uns auf die Suche nach Höhlen, die von der mittelalterlichen Bergwerkswirtschaft in Flattnitz, Gemeinde Glödnitz, zeugen. Während wir beim ersten Erforschungstermin oberhalb des “Weißensteins” (Abzweigung Flattnitzer Landesstraße und Metnitzer Landesstraße)  zwar einen alten Mineneingang finden konnten (Abb. 1), welcher leider verschüttet war und dessen ursprüngliche Öffnung nicht geräumt werden konnte, blieb unser zweiter Versuch, die Suche an den riesigen Felsen auf den Anhöhen südwestlich des Flattnitzer Sees, leider völlig erfolglos.

Abb. 1: Verschütteter Mineneingang in FlattnitzAbb. 1: Verschütteter Mineneingang in Flattnitz

Beim dritten Versuch hatten wir jedoch nach intensiver Literaturrecherche einen hilfreichen Ratgeber zur Hand: Alfred Pichlers 2003 erschienene Monographie “Bergbau in Ostkärnten” führte schließlich dazu, dass wir tatsächlich auf einige sichtbare Spuren ehemaligen Knappenhandwerkes in Flattnitz stießen (die Stollenbezeichnung richtet sich in der Folge nach der von Pichler vorgegebenen Nomenklatur).

Zuvorderst führten wir unsere Untersuchungen südwestlich des “Weißensteins” (Johanniskogel) weiter.  Bereits nach einigen Minuten trafen wir dort auf den Almstollen (Abb. 2), der in einer Länge von etwa sieben Meter großzügig befahrbar ist.

Abb. 2: Almstollen unter dem JohanniskogelAbb. 2: Almstollen unter dem Johanniskogel

Von diesem offensichtlich bekannten Objekt weniger begeistert, zogen wir weiter auf der Suche nach dem ominösen “Langen Stollen”, welcher nach der Literatur den Hauptabbau des gesamten Reviers markieren sollte. Stunden untersuchten wir den gesamten Bereich oberhalb der Straßenregulierung unter teils überaus gefährlichen Bedingungen. Beim letzten Versuch jedoch blickte Sabine etwas ungläubig unter die Wurzel eines umgefallenen Baumes und entdeckte tatsächlich den Zugang zum größten Stollen der Region, dem Langen Stollen (Abb. 3).  Als Haupterträgnisse wurden bereits in sehr früher Zeit in diesem Stollen, dessen Pracht sich uns erst erschloss, als wir auf allen Vieren durch den modrig-nassen Eingang gekrochen waren, Kupfer und Silber abgebaut. Dieser Stollen rechtfertigt jedenfalls eine genauere Untersuchung, die wir demnächst in Angriff nehmen werden.

Abb. 3: Langer StollenAbb. 3: Langer Stollen

Begeistert von dieser Entdeckung entschlossen wir uns, auch die restlichen im Buch von Pichler beschriebenen Abbauhöhlen zu suchen. Den angeblich durch den Bau der Flattnitzer Landesstraße eingeebneten Wurmstein konnten wir mangels qualifizierter Kenntnis nicht erkennen, jedoch lassen einige Pingen östlich der vermuteten Halde (Abb. 4) auf ehemalige Bergwerkstätigkeit schließen.

Abb. 4: Pingen am WurmsteinstollenAbb. 4: Pingen am Wurmsteinstollen

Unproblematisch auffindbar waren die beiden Stollen am Fuße des Bockbühels (Abb. 5). Diese befinden sich unmittelbar neben der Gemeindestraße in Richtung Gendarmeriehütte und beide sind noch einige Meter befahrbar. Silber war das Haupterträgnis dieser beider Einbauten.

Abb. 5: Stollen am Fuß des BockbühelAbb. 5: Stollen am Fuß des Bockbühel

Bereits nach kurzer Suche konnten wir dank der hervorragenden Situationsskizzen von Pichler auch den Pyritstollen unterhalb der Flattnitzer Landesstraße auffinden (Abb. 6). Dieser Stollen, der wahrscheinlich in Sprengarbeit ausgelegt wurde und in dem sich vorwiegend Pyrit vorfindet, ist zu zehn Meter sehr großzügig befahrbar.

Abb. 6: Pyritstollen in FlattnitzAbb. 6: Pyritstollen in Flattnitz