Heute stehen wir schon sehr früh auf und fahren etwa 1,5 Stunden ins hintere Bärental bis zum Parkplatz “Johannsenruhe”, dem Ausgangspunkt für den Klettersteig auf den Hochstuhl (2.237 m). Um etwa 07.40 Uhr entfernen wir uns von unserem Automobil und nach einem gemütlichen Eingewöhnungsmarsch befinden wir uns nach einer Stunde bei der Einstiegsstelle zum Klettersteig.
Abb. 1: Aufstieg zur Einstiegsstelle
Der Hochstuhl-Klettersteig wird unter Kletterern als weniger schwierig eingestuft, allerdings befindet sich seine Schlüsselstelle, Schwierigkeit C, bereits ganz zu Beginn.
Abb. 2: Schlüsselstelle am Beginn des Steigs
Guten Mutes steigen wir bergauf, trotz einiger dubioser und sehr mürrisch vorgetragener Äußerungen von Sabine (“Nein, jetzt kehre ich um!”, “Bis zum Jänner war mein Leben noch weitgehend gefahrlos” und ähnliches) klettern wir flott den steilen und ausgesetzten Grat entlang.
Abb. 3: Sabine beim Aufstieg
Je weiter wir hinaufsteigen, desto mehr Wolken behindern die tolle Sicht. Dennoch können wir über die Slowenischen Alpen blicken und sehen auch den wunderschönen Bleder See. Der letzte Aufstieg allerdings gestaltet sich auf Grund des Schneefalls am Vortag ziemlich mühsam. Der kalte Wind, der uns ins Gesicht peitscht, trägt auch nicht unbedingt zur Hebung der Stimmung bei.
Abb. 4: Schwieriger Gipfelaufstieg
Doch irgendwann lässt sich jeder Berg bezwingen und das Gipfelkreuz kommt in Sichtweite. Gottseidank ist Sabine einige Meter entfernt und ich kann die bedrohlichen Schwingungen nicht spüren, die in meine Richtung schlagen, als ich auf die Frage, ob wir zum Gipfel kämen, ein zynisches “Ja, schade” erwidere.
Abb. 5: Am Gipfel angelangt
Auf Grund des eisigen Windes am Gipfelgrat würge ich gemeinsam mit einer uns Gesellschaft leistenden Bergdohle eine Wurstsemmel runter. Dann geht es schon weiter über die slowenische Staatsgrenze zur Preschern Hütte, wo sich Sabine mit einem Tee anwärmt und ich mich an einem Bier erfreue.
Abb. 6: Vor der Preschern Hütte
Der Abstieg zur Klagenfurter Hütte ist schwierig. Zuerst schlägt uns der Wind kalte Böen ins Gesicht. Das sonst lustige Geröll hat sich auf Grund des Neuschnees in rutschigen Schotter verwandelt. Mühsam steigen wir ohne sichtbare Wegmarkierung bis ins slowenische Tal ab, um anschließend gemeinsam mit zwei Villacher Postlern den richtigen Weg wieder zu finden. Nach neuerlichem Überqueren der Staatsgrenze steigen wir zur Klagenfurter Hütte ab und genehmigen uns ein Essen. Nach etwa einer Dreiviertelstunde Aufenthalt verlassen wir die sympathische Hütte und steigen auf dem neuen Zufahrtsweg zum Parkplatz ab.
Abb. 7: Windböen schlagen uns ins Gesicht
Links:
Klagenfurter Hütte
Preschern Hütte
Hochstuhl-Klettersteig
(PDF) Topographie des Klettersteigs