21. Juni 2009

Hochstuhl (Karawanken)

Abgelegt unter: Klettersteige, Wandern — Markus Ertl @ 17:44

Heute stehen wir schon sehr früh auf und fahren etwa 1,5 Stunden ins hintere Bärental bis zum Parkplatz “Johannsenruhe”, dem Ausgangspunkt für den Klettersteig auf den Hochstuhl (2.237 m). Um etwa 07.40 Uhr entfernen wir uns von unserem Automobil und nach einem gemütlichen Eingewöhnungsmarsch befinden wir uns nach einer Stunde bei der Einstiegsstelle zum Klettersteig.

Abb. 1: Aufstieg zur EinstiegsstelleAbb. 1: Aufstieg zur Einstiegsstelle

Der Hochstuhl-Klettersteig wird unter Kletterern als weniger schwierig eingestuft, allerdings befindet sich seine Schlüsselstelle, Schwierigkeit C, bereits ganz zu Beginn.

Abb. 2: Schlüsselstelle am Beginn des SteigsAbb. 2: Schlüsselstelle am Beginn des Steigs

Guten Mutes steigen wir bergauf, trotz einiger dubioser und sehr mürrisch vorgetragener Äußerungen von Sabine (”Nein, jetzt kehre ich um!”, “Bis zum Jänner war mein Leben noch weitgehend gefahrlos” und ähnliches) klettern wir flott den steilen und ausgesetzten Grat entlang.

Abb. 3: Sabine beim AufstiegAbb. 3: Sabine beim Aufstieg

Je weiter wir hinaufsteigen, desto mehr Wolken behindern die tolle Sicht. Dennoch können wir über die Slowenischen Alpen blicken und sehen auch den wunderschönen Bleder See. Der letzte Aufstieg allerdings gestaltet sich auf Grund des Schneefalls am Vortag ziemlich mühsam. Der kalte Wind, der uns ins Gesicht peitscht, trägt auch nicht unbedingt zur Hebung der Stimmung bei.

Abb. 4: Schwieriger GipfelaufstiegAbb. 4: Schwieriger Gipfelaufstieg

Doch irgendwann lässt sich jeder Berg bezwingen und das Gipfelkreuz kommt in Sichtweite. Gottseidank ist Sabine einige Meter entfernt und ich kann die bedrohlichen Schwingungen nicht spüren, die in meine Richtung schlagen, als ich auf die Frage, ob wir zum Gipfel kämen, ein zynisches “Ja, schade” erwidere.

Abb 5.: Am Gipfel angelangtAbb. 5: Am Gipfel angelangt

Auf Grund des eisigen Windes am Gipfelgrat würge ich gemeinsam mit einer uns Gesellschaft leistenden Bergdohle eine Wurstsemmel runter. Dann geht es schon weiter über die slowenische Staatsgrenze zur Preschern Hütte, wo sich Sabine mit einem Tee anwärmt und ich mich an einem Bier erfreue.

Abb. 6: Vor der Preschern HütteAbb. 6: Vor der Preschern Hütte

Der Abstieg zur Klagenfurter Hütte ist schwierig. Zuerst schlägt uns der Wind kalte Böen ins Gesicht. Das sonst lustige Geröll hat sich auf Grund des Neuschnees in rutschigen Schotter verwandelt. Mühsam steigen wir ohne sichtbare Wegmarkierung bis ins slowenische Tal ab, um anschließend gemeinsam mit zwei Villacher Postlern den richtigen Weg wieder zu finden. Nach neuerlichem Überqueren der Staatsgrenze steigen wir zur Klagenfurter Hütte ab und genehmigen uns ein Essen. Nach etwa einer Dreiviertelstunde Aufenthalt verlassen wir die sympathische Hütte und steigen auf dem neuen Zufahrtsweg zum Parkplatz ab.

Abb. 7: Windböen schlagen uns ins GesichtAbb. 7: Windböen schlagen uns ins Gesicht

Links:
Klagenfurter Hütte
Preschern Hütte
Hochstuhl-Klettersteig
(PDF) Topographie des Klettersteigs

16. Juni 2009

Erwarthstollen am Kulm

Abgelegt unter: Bergbau — Markus Ertl @ 16:29

Im Gelände um die Kraiger Schlösser in der Gemeinde Frauenstein wurden im späten Mittelalter viele Untertagebauten in die Berge getrieben. Primäres Abbaumaterial waren Eisen und Blei. Heute nehmen wir uns die Einbaue am östlichen Rand des Kulm, des Hügels unweit der Kraiger Schlösser, vor. 21 mehr oder weniger erfolgreiche Schürfversuche sollen es gewesen sein, die meisten aber scheinen im Laufe der Zeit weitgehend verschwunden zu sein. Davon können wir uns vorderhand überzeugen, stoßen wir ja schon nach kurzer Zeit auf zwei verschüttete Schürfe unweit der Forststraße.

Abb. 1: Verfallener StolleneingangAbb. 1: Verfallener Stolleneingang

Der erste gefundene verfallene Stolleneingang ist nicht mehr begehbar, beim zweiten jedoch komme ich zumindest bis zur Hüfte untertage. Nach etwa fünf Metern aber muss ich den Stollen leider wieder verschüttet vorfinden.

Abb. 2: Weiterer Eingang eines verfallenen StollensAbb. 2: Weiterer Eingang eines verfallenen Stollens

Wir beschließen uns auf die Suche nach dem berühmt-berüchtigten Erwarthstollen zu machen, verlassen das steile Gelände, steigen zur Forststraße ab, um anschließend wieder auf feuchtem und kaum begehbarem Gelände aufzusteigen. Ein Rascheln einige Stauden voraus scheint Sabines Gemütslage etwas zu beunruhigen, doch stellt sich heraus, dass der Rehbock, der plötzlich aus dem Gestrüpp bricht, ein sehr freundlicher Zeitgenosse ist. Unsere Anstrengungen werden nach etwa zwei Stunden nach Aufbruch auch belohnt: Unterhalb des Kulm finden wir den Erwarthstollen, den einst ergiebigsten Abbau im Gebiet.

Abb. 3: Im ErwarthstollenAbb. 3: Im Erwarthstollen

Nach eingehender Untersuchung der vorhandenen Mineralien verlassen wir den etwa 35 Meter langen sympathischen Stollen wieder.

Abb. 4: Ausstieg aus den ErwarthstollenAbb. 4: Ausstieg aus den Erwarthstollen

Abb. 5: Sabine beim AusstiegAbb. 5: Sabine beim Ausstieg

Auf Grund der unsicheren Wetterlage (bereits kurz danach beginnen starke Unwetter) beschließen wir, uns den anderen Abbaugebieten in der Region (nördlich der Kraiger Schlösser) zu einem anderen Zeitpunkt zu widmen.

14. Juni 2009

Am Seejoch

Abgelegt unter: Wandern — Markus Ertl @ 15:28

Anlässlich eines Besuches von Dani und ihrem “Würschtel” Magdalena nutzen wir die Gelegenheit und besteigen das Seejoch (2.808 m) in den Stubaier Alpen. Nach der Auffahrt zur Sonnbergalm mit der Hüttenwirtin Bärbel, daneben auch Danis Mutter, gehen wir um 08.20 Uhr los und folgen den steilen Serpentinen aufwärts.

Sabine beim AufstiegAbb. 1: Sabine beim Aufstieg

Zwei Stunden später befinden wir uns an der Peider Scharte (2.591 m), wo wir uns nach links wenden, um über das steile und felsige Kar zum Seejoch aufzusteigen, welches wir nach weiteren 40 Minuten erreichen.

Abb. 2: Seejoch-GipfelkreuzAbb. 2: Seejoch-Gipfelkreuz

Abb. 3: Sabine am SeejochAbb. 3: Sabine am Seejoch

Beim Abstieg kommt Sabine auf die erbarmungslose Idee, den markierten Weg zu verlassen und den Berg geradewegs im Gleichschritt von Längen- und Höhenmetern abzusteigen. Nach zwei Stunden, an die sich Gelenke und Oberschenkel länger zu erinnern scheinen, erreichen wir unseren Ausgangspunkt, die Sonnberger Alm.

Abb. 4: Blick auf die Stubaier AlpbenAbb. 4: Blick auf die Stubaier Alpben

Abb. 5: Ständig in Begleitung von Huberts SchafenAbb. 5: Ständig in Begleitung von Huberts Schafen